Techniker in der Fernüberwachung

Sobald eine Windkraftanlage errichtet ist und beginnt Strom ins Netz einzuspeisen wird ihr Betriebsverhalten überwacht um Fehler zeitnah festzustellen und eine entsprechende Fehlerbeseitigung zu initiieren.

 

Die Überwachung der Windkraftanlagen aus der Ferne übernehmen „Mitarbeiter in der Fernüberwachung“, „Leitstands-Mitarbeiter“ oder Ähnliches. Eine einheitliche Berufsbezeichnung hat sich hier bislang leider nicht durchsetzen können.

 

Im Kern ist es das Ziel der Fernüberwachung Stillstandzeiten der Anlagen zu verkürzen und damit die Wirtschaftlichkeit des Betriebs zu verbessern.

 

Auf Monitoren lassen sich die Mitarbeiter in der Fernüberwachung die Betriebsdaten (Windgeschwindigkeit, produzierte Leistung, Drehzahl, Statusmeldungen der Steuerung etc.) der betreuten Windkraftanlagen anzeigen. Im Falle von Unregelmäßigkeiten und auftretenden Störungen, bzw. Stillständen versuchen die Mitarbeiter diese aus der Ferne zu beheben. Gelingt es nicht die Windkraftanlage wieder aus der Ferne in Betrieb zu setzen,  beauftragen und steuern sie die Servicetechniker, die zur Fehlerbeseitigung raus zur entsprechenden Windkraftanlage fahren.

 

Um als Mitarbeiter in der Fernüberwachung tätig werden zu können benötigt man vor Allem technisches Verständnis um auftretende Fehler an den Anlagen einschätzen und eingrenzen zu können. Als Ausbildungshintergrund wird deshalb im Regelfall eine Ausbildung im elektronischen oder mechanischen Umfeld erwartet. Häufig wünschen sich Arbeitgeber zudem eine Weiterbildung zum Techniker oder Meister sowie mehrjährige Berufserfahrung - im Idealfall in der Wartung und Entstörung von Windkraftanlage.

 

Leitwarten, die als Einsatzort in Frage kommen, werden von Herstellern von Windkraftanlagen, Betriebsführungsfirmen, Energieversorgern und unabhängigen Servicedienstleistern betrieben.

 

Um das Berufsbild des Technikers in der Fernüberwachung noch anschaulicher darstellen zu können, haben wir uns entschieden ein Interview mit einem Mitarbeiter in der Fernüberwachung durchzuführen, das wir Ihnen nachfolgend präsentieren dürfen:

 

 

Interview mit einem Mitarbeiter aus der Fernüberwachung

Wenn man sich mit fremden Leuten trifft kommt eigentlich immer die Frage: „Was machst du eigentlich beruflich?“. Was antwortest du auf diese Frage?

„Ich überwache den Betrieb von Windkraftanlage, in einer Leitwarte. Die Anlagen melden sich bei mir wenn sie ausfallen. Wir versuchen die Störung zu beheben oder so einzugrenzen, dass die Servicetechniker vor Ort die Störung schneller beheben können.“

 

 

Wie sieht bei dir ein typischer Tagesablauf aus?

„Früh morgens kontrollieren wir die eingegangenen Störungsmeldungen und bewerten diese. Wir beauftragen dann Serviceunternehmen mit einem Einsatz vor Ort. In anderen Fällen versuchen wir von den Serviceunternehmen so viele Informationen wie möglich, zu Störungsbehebungen zu erhalten um damit die Eigentümer der Windkraftanlagen auf den aktuellen Stand zu bringen. Wenn keine Alarme eingehen prüfen wir durchgehend die Performance der Windkraftanlage anhand verschiedener Parameter. Geringe Abweichungen können, bei Nichtbeachtung zu längeren Ausfällen führen, welche wir vermeiden wollen.“

 

 

Gibt es Aspekte, die du an deinem Beruf nicht magst?

„Manchmal würde ich gern selbst wieder zum Messgerät und Schraubendreher greifen, um eine Störung vor Ort zu beheben. Das fehlt mir ein bisschen.“

 

 

Was macht dir besonders viel Freude an deinem Beruf?

„Zu wissen, dass man der Umwelt langfristig was Gutes tut. Das motiviert mich bei meiner Arbeit. Außerdem sieht man, was im „normalen“ Bürojob eher unüblich ist, auch nach kurzer Zeit in der Leitwarte Erfolge, wenn man die Störung behoben hat. Also hat man täglich motivierende Erfolgserlebnisse.Zudem begeistert mich die Tatsache, dass ich mit meinem „kleinen PC“ so eine riesige Windkraftanlage steuern und beeinflussen kann. Das ist schon echt faszinierend!“

 

 

Welche Kenntnisse und Fähigkeiten muss man deiner Meinung nach mitbringen um erfolgreich in dem Beruf zu sein?

„Man sollte keine Angst vor dem Telefon haben. Ich telefoniere viel und es ist wichtig, dass ich Informationen zielsicher an meinen Gesprächspartner weiter geben kann. Also – man muss telefonieren können! Man braucht zudem eine gewisse geistige Flexibilität, da man sich ständig auf neue Situationen einstellen können muss – wenn zum Beispiel eine unerwartete Störung an einer Anlage auftritt und schnelles Analysieren und Handeln erforderlich wird. Wenn ich eine Entscheidung getroffen habe – dann muss ich zu der auch stehen können und die gegenüber meinem Vorgesetzen oder Kunden auch glaubwürdig begründen können. Man muss technische Sachverhalte gut und einfach dokumentieren können, damit man sie im Nachhinein auch noch nachvollziehen kann. Kenntnisse im Bereich Mechanik, Elektro- und Kommunikationstechnik sind Grundvoraussetzung um Fehler überhaupt analysieren zu können.“

 

 

Hast du bereits weiterführende Karrierepläne?

„Naja, die Stelle des Präsidenten der USA wurde ja gerade neu besetzt. Das ist dann als Option schon mal abgehakt ;)… Ich fühle mich in meiner derzeitigen Position aber auch sehr wohl und sehe nicht wirklich einen Grund weitere Pläne zu schmieden. Ich bin nun seit 10 Jahren in der Leitwarte tätig und seit einiger Zeit Teamleiter...ich bin im Moment zufrieden so wie es ist – da brauche ich nicht über Veränderungen nachdenken.“

 

 

Herzlichen Dank Patrick Himmighofen für die Einblicke in dein Aufgabengebiet!

 

 

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